Mikrotie (Ohrmuschelaufbau):
Ohrrekonstruktion | Ohrfehlbildungen korrigieren

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    HNO-Ärzte
    in Recklinghausen auf jameda

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      Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Dr.h.c. Ralf Siegert erklärt:
      Mikrotie / Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      “Die Mikrotie ist eine angeborene Fehlbildung des äußeren Ohres. Sie tritt sporadisch oder vererbt und häufiger im männlichen Geschlecht auf. Die Ohrmuscheln sind klein und abnorm geformt (79-93 % der Fälle sind einseitig, von diesen 60 % rechtsseitig). Diese Fehlbildung ist oft assoziiert mit einer Stenose oder Atresie des äußeren Gehörgangs, mit Aufmerksamkeitsstörungen und verzögerter Sprachentwicklung. Die Variabilität der Ohrmuschelgröße reicht vom Grad I (die Ohrmuschel ist nur kleiner als normal) bis zu Grad IV, der Anotie (siehe dort), dem vollständigen Fehlen des äußeren Ohres und des Gehörganges.”

      Als Indikation für eine Mikrotie gilt eine schwere Fehlbildung oder ein ästhetischer Wunsch eines Patienten. Grundsätzlich ist der Aufbau der Ohrmuschel im Wesentlichen ästhetischer Natur. Allerdings dient die Ohrmuschel auch zum Halt von Brillen.
      Außerdem sind die schweren Fehlbildungen fast immer mit einer Schwerhörigkeit kombiniert. Hierbei handelt es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit (Schallleitungsblock von ca. 60 dB, d.h. physikalisch betrachtet: Dämpfung von 1:1000, bedingt durch den Impedanzsprung zwischen Luftschall und Festkörperschall im Schädel). Diese kann im Rahmen eines Ohrmuschelaufbaus ebenfalls korrigiert werden, entweder durch einen chirurgischen Mittelohraufbau oder durch die Implantation von Bauteilen eines teil-implantierbaren Hörsystems. Zusammenfassend gibt es also drei Indikationen:

      • Ästhetischer Natur
      • Haltestruktur für Brillen
      • Bei Kombinationsoperation auch Hörverbesserung
      In ca. 93 Prozent aller Fälle von Fehlbildungen der Ohrmuschel ist keine direkte Ursache zu diagnostizieren. Bei den restlichen ca. 7 Prozent ist ein Fehlbildungssyndrom nachweisbar, am häufigsten Goldenhar und Franceschetti. In diesen Fällen sind Organe und Strukturen von Fehlbildungen betroffen. Am häufigsten betroffen sind dabei die Kiefer und die Augen. Die Ohrmuschel kann aber ebenso als Folge unter einer Fehlbildung leiden.

      Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Dr.h.c. Ralf Siegert erklärt:
      Otopexie / Ohrmuschelkorrektur

      “Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit der Rehabilitation von Ohrfehlbildungen und Rekonstruktion von Ohrmuscheln. Über 150 Patienten aus ganz Europa durfte ich bereits erfolgreich behandeln. Für die Entwicklung künstlicher Ohrmuscheln, die meine Patienten über implantierte Magneten erhalten, wurde mir der Innovationspreis der Internationalen Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik verliehen.”

      HNO-Ärzte
      in Recklinghausen auf jameda

      Mit ihrer seitlich am Kopf gelegenen Trichterform unterstützt die Ohrmuschel unser Richtungshören. Manchmal nimmt man bewusst oder unbewusst auch noch die Hand zur Hilfe, um den Trichter zu vergrößern. Bis zu etwa 10 Dezibel (dB) kann dadurch der Schall, der in den Gehörgang gelenkt wird, verstärkt werden. Eine vergrößerte Ohrfläche kann also durchaus zu verbesserten Hörfähigkeiten führen.

      Ohren besitzen in unseren westlichen Kulturkreisen verschiedene Aufgaben. Denn abseits der eigentlichen Funktion des Hörens gelten sie ebenfalls als Schönheitssymbol – zumindest wenn sie eine „normale“ Form und Größe annehmen. Zu große oder abstehende Ohren werden häufig als nicht schön wahrgenommen.

      Segelohren werden häufig mit Dummheit oder Tollpatschigkeit assoziiert, was natürlich wissenschaftlich gesehen völliger Unsinn ist. Aber schon in den meisten alten Karikaturen hat der Dorftrottel große abstehende Ohren und wird deswegen gehänselt. Dieses Stigma kann sehr belastend sein, so dass die Korrektur abstehender Ohren zu den häufigsten Eingriffen der plastischen Gesichtschirurgie zählen.

      Die Formen von Ohrmuscheln weisen eine große Vielfalt auf, haben im Normalfall aber bestimmte Grundstrukturen. Zunächst betrachtet man den äußeren Rahmen, die Helix. Sie sollte etwas, aber nicht zu sehr eingerollt sein, sonst spricht man von einem Tassenohr. Sie ist die äußere Begrenzung eines Halbrohres, in dem der Schall aufgefangen und bogenförmig zur Ohr-Höhle und von dort aus weiter in den Gehörgang gelenkt wird. Die zweite Begrenzung dieses Halbrohres bildet eine weitere bogenförmige Wulst, die Anthelix, die nach oben in ihre beiden Schenkel, die Crura, ausläuft, und der gesamten Ohrmuschel wie eine Verstrebung eine gewisse Stabilität gibt.

      Vor dem Gehörgang befindet sich der Tragus als Windschatten. Neudeutsch könnte man ihn auch mit einem Spoiler vergleichen. Wenn er fehlt kann die Verständlichkeit durch beispielsweise Windgeräusche eingeschränkt sein. Die einzige Region der Ohrmuschel, die nicht durch den elastischen Knorpel in Form gehalten wird, ist das Ohrläppchen. Es hat eigentlich keine biologische Funktion, wird aber häufig für ästhetische Zwecke genutzt, zum Beispiel durch das Befestigen und Tragen von Ohrringen oder Ohrsteckern. Die Art des Ohrschmucks kann und soll dabei manchmal viele Informationen über die Kultur, Religion, soziale Gruppe, Sexualität oder Wohlstand ihres Trägers bzw. Trägerin aussagen.

      Formabweichungen der Ohrmuscheln, angefangen bei abstehenden Ohren bis hin zur schweren Fehl-Form oder dem gesamten Fehlen der Ohrmuschel, können zu erheblichen psychischen Belastungen führen. In diesem Fall sind wir als plastische Gesichtschirurgen gefragt, um die Ohrmuschel zu normalisieren und die psychischen Belastungen sowie Hörschwierigkeiten für den Betroffenen zu lindern. Im folgenden Video zeige ich, wie eine fehlgebildete Ohrmuschel operativ korrigiert oder Ohren angelegt werden können. Je nach Schweregrad der Fehlbildung existieren verschiedene Techniken zur Ohrkorrektur.

      Spezielle Qualifikationen, Ausbildungen oder Auszeichnungen sind besonders in so einem Spezialgebiet von enormer Bedeutung. Ich kann hierbei auf über 30 Jahre Erfahrung im Ohrmuschelaufbau und mehrere Tausend abgeschlossene Fälle zurückblicken.

      Ralf Siegert
      Ausgezeichneter Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Definition und Schweregrad der Mikrotie / Ohrmuschelaufbau / ästhetische und rekonstruktive Ohrchirurgie

      Die Rekonstruktion von Ohrmuscheln und die Korrektur von Ohrmuschelfehlbildungen wird als Mikrotie bezeichnet. Die Ausprägung der Fehlbildung ist dabei unterschiedlich stark und beansprucht entsprechende Behandlungstechniken.

      Mikrotie

      Mikrotie bedeutet wörtlich übersetzt „kleines Ohr“. Man unterscheidet hierbei in drei Ausprägungsgrade, die hier näher erläutert werden sollen.

      Im Prinzip sind alle Strukturen vorhanden, allerdings sind diese nicht normal ausgeformt. Daher spricht man hier auch häufig von der „Dysplasie 1.°“ (= Fehlform). Bei der chirurgischen Korrektur sind die fehlgeformten Strukturen umzuformen. Transplantate sind allerdings nicht erforderlich.

      Einige Teile der Ohrmuschel sind weitgehend normal ausgeformt, andere fehlen oder sind so stark fehlgeformt, dass sie durch Knorpel- und / oder Hautransplantate ersetzt werden müssen.
      Es sind kaum normale Strukturen vorhanden, so dass im Prinzip die gesamte Ohrmuschel neu aufgebaut werden muss. Diese Gruppe unterteilt man weiter in folgende Untergruppen:

      • Conchatyp (=Ohrhöhlentyp): der zentrale Teil der fehlgeformten Ohrmuschel weist eine Vertiefung ähnlich wie bei einer normalen Ohrmuschel auf. Dieser Teil kann erhalten bleiben. Die restliche Ohrmuschel wird um diese Vertiefung herum konstruiert.
      • Lobulustyp (=Ohrläppchentyp): Der untere Teil der fehlgeformten Ohrmuschel weist eine Form ähnlich wie ein Ohrläppchen auf. Dieser Teil kann bei einer Rekonstruktion in die neue Ohrmuschel mit eingearbeitet werden.
      • Anotie (=keine OM): Hier findet man im seitlichen Kopfbereich nur eine glatte Hautfläche. Eine Ohrmuschel muss komplett neu aufgebaut werden.

      Techniken der Ohrmuschelanlegeplastik

      Es gibt eine Vielzahl von Techniken zur Korrektur abstehender Ohrmuscheln und obwohl diese Operationen schon seit vielen Jahrzehnten von plastischen Gesichtschirurgen durchgeführt werden, hören wir regelmäßig von irgendwelchen neuen „Wundertechniken“, die mit ganz geringem Aufwand jede Ohrmuschel optimal umformen. Wenn Sie so etwas hören, seien Sie lieber zurückhaltend!

      Bei der Korrektur abstehender Ohrmuscheln geht es nicht um die eine Wundertechnik, sondern darum, die Prinzipien der Haut- und Knorpelumformung zu verstehen und für die jeweilige Formabweichung präzise anzuwenden. Letztlich basieren alle Techniken, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, auf den biophysikalischen Eigenschaften von Haut und Knorpel und die sind nun einmal naturgegeben.

       Aufbau eines Knorpels

      Dafür muss man zumindest ein bisschen verstehen, wie Knorpel aufgebaut ist: Der reife Knorpel von Jugendlichen und Erwachsenen hat wenig eigene Zellen und keine Blutgefäße. Er wird nur durch Diffusion von Sauerstoff und Energieträgern wie Zucker versorgt. Sein Stoffwechsel ist äußerst gering, so dass er sich auch im Gegensatz zum Knochen nur sehr langsam umbaut. Bis sich also eine Knorpelumformung stabilisiert hat, dauert es viele Monate!

      Außerdem hat er kaum eigene Abwehrzellen, so dass er sich auch nur in geringem Ausmaß gegen eingedrungene Krankheitserreger wie Bakterien wehren kann. Deshalb seien Sie auch bei Piercings durch den Knorpel, also durch die oberen zwei Drittel der Ohrmuschel oder den Tragus, der Struktur vor dem Gehörgang, vorsichtig. Während meiner Laufbahn habe ich zahlreiche Patienten gesehen und behandeln müssen, bei denen nach einem fehlerhaften Piercing große Teile des Knorpels richtig „weggeschmolzen“ sind. Im Gegensatz dazu enthält das Ohrläppchen keinen Knorpel, sondern nur Haut-, Fett- und Bindegewebe, das sich zwar auch entzünden, aber eben viel schneller auch wieder ausheilen kann.
      Die Hauptmasse des Knorpels besteht aus der eigentlichen Grundsubstanz außerhalb der Zellen (interzelluläres Gewebe). Es besteht zum größten Teil aus Wasser (ca. 70%) sowie großen Zucker- und Eiweißmolekülen (Proteoglykane und Hyaluronsäure). In diese Grundsubstanz sind die Fasern eingebettet, die dem Knorpel seine mechanischen Eigenschaften verleihen, also insbesondere seine Form und Elastizität. Bei einer operativen Ohrmuschelumformung geht es genau darum, die Form und Spannung dieser Fasern zu verändern. Für die chirurgische Technik ist es nun wichtig, zu wissen, wie die Fasern angeordnet sind. Anstatt einer variablen Streuung sind die Fasern wie Spannleinen eines Zeltes aufgebaut. Nur dadurch wird ein ausgewogenes Gleichgewicht geschaffen.

      Ritztechnik

      Sind einige Fasern beschädigt oder durchtrennt, ziehen die noch existierenden Fasern die Ohrmuschel zu einer Seite, wodurch eine Verformung entsteht. So verhält sich auch der Knorpel: Schneidet man ihn auf einer Seite leicht ein, dann biegt er sich bereits nach wenigen Minuten zur Gegenseite.

      Die „chirurgische Kunst“ besteht nun darin, den Knorpel genau an den richtigen Stellen so tief und so häufig einzuschneiden (nicht durchzuschneiden!), dass der Knorpel die gewünschte Form annimmt. Dies ist das Grundprinzip aller sogenannten Ritztechniken. Je nach der gewünschten Formveränderung werden die Knorpelritzungen auf der Vorder- und/oder Rückfläche der Ohrmuschel angelegt.

      Nahttechnik

      Bei jungen Patienten ist der Knorpel noch sehr weich. Anstatt ihn zu ritzen, kann man ihn auch nur mit Nähten in seine gewünschte Form ziehen, so als würde man die Form eines Zeltes mit zusätzlichen Spannleinen neu gestalten. Dieses wird dann als die Nahttechniken bezeichnet.

      Je nach Ausprägung des indivduellen Falles können unterschiedliche Nahttechniken miteinander kombiniert werden. Das ist am Ende vom Einzelfall und den anatomischen Gegebenheiten des Knorpels abhängig. In vielen Fällen von Ohrmuschelkorrekturen sind die Nahttechniken die risikoärmere Variante und werden den Ritztechniken vorgezogen, da Knorpel und Haut mehr geschützt werden.

      Meine Erfahrung spiegelt sich auch in zahlreichen internationale, Einladungen zu Vorträgen und Gastoprationen wider. Zudem habe ich mehrere Preise für die Weiterentwicklung der Oormuschel-Rehabilitation erhalten.

      Ralf Siegert
      Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Operative Verfahren bei der Mikrotie / Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      Bei der Mikrotie kommen je nach Schweregrad der Ohrmuschelfehlbildungen unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz. Dabei werden diese in drei Bereiche unterteilt:

      1. Aufbau mit eigenem Rippenknorpel und eigener Haut
      2. Aufbau mit einem Gerüst aus einem implantierbarem, porösen Kunststoff, der mit einer Faszie (Bindegewebeschicht) und Haut abgedeckt wird.
        Vorteil: Man benötigt keinen Rippenknorpel
        Nachteil: Es ist ein Fremdmaterial, welches auch noch nach Jahren extrudieren (freiliegen) kann, so dass es entfernt werden muss
      3. Epithetische Versorgung: Es wird eine individuelle Prothese eines Ohres angefertigt, die entweder auf die Haut geklebt oder magnetisch verankert wird. Sie muss täglich abgenommen und in regelmäßigen Abständen von 1-2 Jahren neu hergestellt werden.

      Schritt für Schritt: Untersuchung der Ohrmuschel

      Es gibt viele verschiedene Techniken der Ohrmuschelkorrektur. Bevor festlegt wird, welche Technik für den Betroffenen am besten geeignet ist, müssen die Form der Ohrmuschel und Struktur des Knorpels genau analysiert werden, da die Vielfalt der Ohrmuscheln ähnlich wie ein individueller Fingerabdruck unendlich ist. Nur wenn die individuelle Form und gewünschten Veränderungen des Einzelnen genau bekannt sind, kann die anzuwendende Technik präzise festlegt werden.

      Eine genaue Analyse ist die Voraussetzung für eine präzise und erfolgreiche chirurgische Technik und damit für den Erfolg der Ohrkorrektur! Erst wenn alle diese Aspekte genau erfasst und im Gespräch und bei der Untersuchung ein klares Bild von den Wünschen des oder der Betroffenen gemacht wurde, wird die Technik für die Ohrmuschelkorrektur exakt festgelegt.

      Schritt 1

      Im ersten Schritt wird die Breite der Ohrmuschel von vorn, also aus der typischen Perspektive unseres Gegenübers vermessen. Man nennt dies auch die Projektion. Es ist die maximale Breite gemessen von dem Ansatz der Ohrmuschel an der Wange bis zu ihrer am weitesten abstehenden Struktur, die von dem äußeren Rahmen, der Helix gebildet wird. Für die weitere Feindiagnostik ist es anschließend erforderlich, die Breiten der verschiedenen Strukturen, also der Projektion des äußeren Rahmens der Ohrmuschel, der Helix, oben, mittig und unten sowie die Breite des inneren Rahmens, der Anthelix, zu vermessen.

      Schritt 2

      Darüber hinaus ist es für die exakte operative Einstellung wichtig, den Abstand der Helix bis zur Kopfhaut im oberen, mittleren und unteren Drittel der Ohrmuschel zu vermessen, natürlich immer seitengetrennt.

      Schritt 3

      Anschließend muss das Relief der Ohrmuschel vermessen werden. Darunter versteht man den Abstand des äußeren Rahmens, der Helix zu der inneren Verstrebung, der Anthelix. Normalerweise überragt die Helix die Anthelix im mittleren Teil um etwa 2 mm, während die Anthelix sich im oberen und unteren Drittel näher zum Kopf neigt.

      Als Ohrhöhle bezeichnet man die Vertiefung hinter dem Gehörgang. Sie ist für die Größe und Breite der Ohrmuschel von wesentlicher Bedeutung. Ist sie zu groß, d.h. zu breit oder zu lang, muss sie je nach Befund an den Kopf rotiert oder verkleinert werden.

      Am Ende ist es wichtig, die Struktur des Knorpels zu ertasten. Ist er noch sehr weich wie häufig bei Kindern, muss er mit ganz anderen Techniken umgeformt werden, als wenn er hart, steif und manchmal sogar verkalkt oder verknöchert ist.

      Ablauf eines operativen Ohrmuschelaufbaus / Ohrrekonstruktion

      Ablauf eines operativen Ohrmuschelaufbaus / Ohrrekonstruktion

      Schritt 1

      Beratungsgespräch

      Bei einem ersten Termin in meiner Sprechstunde findet eine erste Untersuchung statt. Hier wird der Status Quo festgelegt. Es folgt ein erstes Beratungsgespräch, in dem die Wünsche des Betroffenen erfasst und analysiert werden, damit das Ergebnis die optimale Kombination aus ärztlicher Empfehlung und den persönlichen Vorstellungen des Patienten ergibt. Im Verlauf des Gespräches werden weitere Details zum Behandlungsverlauf sowie zur Operation besprochen und selbstverständlich alle offenen Fragen seitens des Patienten/in beantwortet. Auch zum organisatorischen und zeitlichen Ablauf des Eingriffes gibt es erste Informationen.

      Schritt 2

      Erstuntersuchung

      Während der Erstuntersuchung bestimme ich das Ausmaß und den Schweregrad der Ohrmuschelfehlbildung und welche Operations-Technik bei der Ohrrekonstruktion angewedet wird. Zudem wird für einen Vorher-Nachher-Vergleich die Ohrmuschelfehlbildung fotodokumentiert. Ebenso erfolgen in der Erstuntersuchung die Einverständniserklärung, die Beantwortung noch offener Fragen sowie die Terminvereinbarung für die Mikrotie.

      Schritt 3

      Operation 1. Teil

      Am Tag vor der 1. Operation gibt es noch ein Gespräch, eine abschließende Aufklärung durch den Operateur und den Anästhesist sowie die Herstellung einer individuellen Schablone für das zu schnitzende Knorpelgerüst (bei einseitigen Formen nach der Gegenseite, sonst nach Standards entsprechend der zu erwartenden Körpergröße).
      Sollte der Wunsch nach einem Mittelohraufbau zur Hörverbesserung bestehen, wird noch eine Computertomographie vom Felsenbein angefertigt, um die Mittelohrstrukturen beurteilen zu können.
      Die Operation am nächsten Tag erfolgt dann in Vollnarkose und dauert etwa 4 Stunden. Danach erfolgt die Überwachung im Aufwachraum für ca. 2-3 Stunden. Anschließend wird der Patient/in auf die Station gebracht.
      Am Tag nach der Operation sollte mindestens einmal aufgestanden werden. Auch ein paar Schritte neben dem Bett sind förderlich.
      Die Entlassung erfolgt je nach Heilungsprozess nach 3-7 Tagen. Zudem folgen anschließend noch ambulante Kontrollen innerhalb der ersten 10 Tage nach der Operation.

      Schritt 4

      Operation 2. Teil

      Der Ablauf ähnelt dem der ersten OP. Am Tag vor der 2. OP erfolgt erneut eine Aufklärung durch den Operateur und den Anästhesisten.
      Am OP-Tag selber befindet sich der Patient/in nochmal rund 2-4 Stunden im OP, je nachdem, ob auch das Mittelohr mit aufgebaut wird.
      Die Entlassung erfolgt meist nach 1-4 Tagen, Kontrolle und Verbandswechsel entsprechend nach ca. 1 Woche.

      Schritt 5

      Nachuntersuchung

      Falls weitere Feinkorrekturen erforderlich sein sollten, können diese je nach Umfang und Wunsch des Patienten/in ambulant oder stationär in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgen. Sie dauern je nach Umfang meist 1-2 Stunden.
      Ansonsten erfolgt eine routinemäßige Nachuntersuchung.

      Mein Leitsatz lautet: Gesichtschirurgie ist Vertrauenssache. Im Bereich der Mikrotie trifft das besonders stark zu.

      Ralf Siegert
      Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Kosten, Heilungsprozess, Implantate und Korrekturmöglichkeiten einer misslungenen Mikrotie

      Hinweis für Kassenpatienten

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      Schlupflid entfernen

      Hängelid straffen

      Oberlidstraffung

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      Kostentabelle

      Fachärztliche Erstberatung durch Ihren Operateur ca. 55 Euro
      Lidstraffung bei Schlupflidern (Oberlider beidseits) ca. 1.600 Euro*
      Anästhesiekosten für Dämmerschlaf ca. 290 Euro*
      Hyaluron-Unterspritzung ab 450 Euro*
      Beratungen und Korrektureingriffe bei Operationen durch andere Operateure (4-facher GOÄ-Steigerungssatz ) nach Aufwand
      * Ästhestische Eingriffe sind stets Mwst.-pflichtig und werden nicht von Krankenversicherungen erstattet * *) Zuzüglich 19% Mwst.

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      Korrektur einer Ohrmuschelanlegeplastik

      Hinweis zu Vorher-Nachher-Bildern

      Vorher-nachher-Bilder auf Websites sind seit einigen Jahren nicht mehr gestattet. An dieses Verbot halte ich mich selbstverständlich. Ich habe aber viel über die Ohrmuschelchirurgie in der Fachliteratur publiziert. Der Zugriff auf diese Artikel ist für jeden, der es wünscht und eben auch für nicht-Mediziner möglich und gestattet. Hier finden Sie meine Publikationen zum Thema Ohrmuschelkorrektur.

      Wenn das operative Ergebnis einer Ohrmuschelkorrektur nicht den Erwartungen entspricht, was für den Patienten sehr bedauerlich ist, muss man die aktuelle Situation unabhängig von der Ursache des Misserfolges ebenfalls genau analysieren. Entscheidend ist, welche Strukturen noch vorhanden oder gegebenenfalls auch zerstört sind, ob sie Kanten oder andere Auffälligkeiten aufweisen und ob sie unter- oder überkorrigiert sind. Für die genaue Planung hat sich dabei folgende Einteilung bewährt.

      Unterkorrektur

      Überkorrektur

      Fehlform

      Defekt

      Kann eine schlechte Ohrmuschelkorrektur eines weniger erfahrenen Operateurs nachkorrigiert werden?

      Um es kurz zu beantworten: Grundsätzlich ja. Allerdings kommt es selbstverständlich immer darauf an, wie das individuelle Ergebnis der missglückten Ohrmuschelkorrektur ausfällt. Fehlerhafte Ohrmuschelkorrekturen sin in Deutschland leider keine Seltenheit. Sie gehören zu den Eingriffen mit den höchsten Revisionsraten aller plastisch-chirurgischen Eingriffe.

      Eine Unterkorrektur ist von diesen Komplikationen noch die harmloseste Variante. Man muss die Ohrmuschel noch einmal operieren und je nach Befund gegebenenfalls mit einer wirkungsvolleren Technik nachkorrigieren, um ein perfektes Ergebnis für den Patienten oder die Patientin zu ermöglichen.

      Eine Überkorrektur ist weitaus problematischer, da sie häufig mit einem gewissen Hautdefekt vergesellschaftet ist und sich der Knorpel nur in der ersten Zeit nach der Erstoperation elastisch wieder zurückstellt. Deshalb empfehle ich bei der Überkorrektur zu einer frühen Revision. Dadurch bietet sich in der Regel die Möglichkeit, die ursprünglich vorhandenen Knorpelspannungen wieder freizulegen und zu nutzen.

      Bei den postoperativen Fehlformen gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Probleme. Relativ häufig besteht ein Missverhältnis der inneren und äußeren Ohrmuschelstrukturen, also insbesondere der Anthelix und der Helix, die unnatürlich und nicht harmonisch zueinander eingestellt sind. Sie müssen dann entsprechend neu justiert werden.

      Ebenfalls treten auch relativ häufig scharfe Kanten auf der Ohrmuschelvorderfläche auf. Sie durch einen zu tief eingeschnittenen Knorpel. Während die natürliche Schwellung nach einer Operation diese Kanten zunächst noch kaschiert, werden sie mit Rückgang der Schwellung zunehmend deutlicher und beeinträchtigen das Endergebnis. Da die Haut der Ohrmuschelvorderfläche ausgesprochen dünn ist, muss sie ganz diffizil geglättet werden.

      Für ein optimales Ergebnis decke ich sie in vielen Fällen zusätzlich noch mit einer ganz dünnen Bindegewebsschicht ab, die ich von der Oberfläche des Schläfenmuskels gewinne. Damit lassen sich diese Unregelmäßigkeiten recht harmonisch ausbessern.

      Am problematischsten sind die Defekte von Haut und bzw. oder Knorpel. Je nach Umfang des verloren gegangenen Gewebes müssen alle chirurgischen Register der Defektrekonstruktion gezogen werden. Dies kann bis hin zur Gestaltung und Transplantation eines neuen Ohrmuschelgerüstes führen, wie ich es bei kompletten Ohrmuschelaufbauten aufgrund von schweren Fehlbildungen oder unfallbedingten Ohrmuschelverlusten mache.

      Rund 20 Prozent aller von mir durchgeführten Ohrmuschelkorrekturen sind Korrekturen fehlerhafter Eingriffe. Die hohe Anzahl an Revisionen liegt in der Komplexität dieses Eingriffes begründet, die leider von einigen Kollegen häufig einfach unterschätzt wird.

      Es geht eben nicht nur darum – wie es früher häufig der Fall war – die Ohrmuscheln irgendwie an den Kopf zu ziehen, sondern die Haut und die Knorpelform muss genauestens analysiert werden, bevor festlegt wird, welche Struktur mit welcher Technik zu verändern ist.

      Trotz alledem: Ja, man kann unbefriedigende operative Ergebnisse praktisch immer nachkorrigieren und verbessern. Mit welcher Technik dies zu erfolgen hat und welche Endergebnisse zu erwarten sind, hängt entscheidend von der Situation des Einzelfalles ab. Da je nach Befund Früh- oder besser Spätrevisionen sinnvoll sind, sollte ein Patient, der unter einem unbefriedigenden Ergebnis leidet, unbedingt eine frühzeitige Beratung erhalten, damit er oder sie nicht wichtige Zeitfenster verpassen.

      FAQ Mikrotie

      Häufig gestellte Fragen zum Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      Ein ästhetischer und/oder funktioneller Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion ist häufig mit vielen Fragen verbunden. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Mikrotie.

      Ohrmuschelfehlbildungen sind angeboren. Die Ohrrekonstruktion mit eigenem Rippenknorpel lässt sich etwa ab dem 10. Lebensjahr durchführen.
      Nein, Jungen und Mädchen sind etwa gleich häufig betroffen.
      Eine Ohrmuschel lässt sich praktisch immer aufbauen. Sie werden meist sozial relativ unscheinbar, das heißt die Fehlbildung fällt im normalen Alltag nicht mehr auf, obwohl die rekonstruierte Ohrmuschel durch das Rippenknorpelgerüst fester und weniger elastisch und die Haut meist etwas dicker als die sehr dünne Haut der natürlichen Ohrmuschel ist.
      Der erste Schritt mit der Rippenknorpelentnahe führt zu Schmerzen bei Bewegungen im Brustkorbbereich. Diese werden erfolgreich mit üblichen Schmerzmitteln gelindert und verschwinden wieder nach einigen Tagen. Im Bereich des Ohres haben die Patienten/innen kaum Schmerzen. Bei den weiteren Schritten des Ohrmuschelaufbaus entstehen nahezu keine Schmerzen, weil die folgenden Eingriffe nur oberflächlicher Natur sind.
      Die ersten beiden Operationen erfolgen in Vollnarkose, eventuell gewünschte weitere Feinkorrekturen können auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

      Die ersten beiden Operationen werden stationär durchgeführt. Sollte die Situation noch wiedetere Feinkorrekturen erfordern, können diese in der Regel ambulant durchgeführt werden.

      FAQ Mikrotie

      Häufig gestellte Fragen zum Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      Ein ästhetischer und/oder funktioneller Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion ist häufig mit vielen Fragen verbunden. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Mikrotie.

      Die Rekonstruktion der Ohrmuschel erfolgt mit körpereigenem Gewebe. Hierfür werden unter anderem Teile des Rippenknorpels verwendet.

      Ralf Siegert
      Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

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