Mikrotie:
Ohrmuschelaufbau | Ohrrekonstruktion | Ohrfehlbildungen korrigieren

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      Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Dr.h.c. Ralf Siegert erklärt:
      Mikrotie / Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      “Die Mikrotie ist eine angeborene Fehlbildung des äußeren Ohres. Sie tritt sporadisch oder vererbt und häufiger im männlichen Geschlecht auf. Dabei sind die Ohrmuscheln klein und abnorm geformt. 80-90 % der Fälle sind einseitig und von diesen ca. 60 % rechtsseitig. Diese Fehlbildung ist oft assoziiert mit einer Stenose (Verengung) oder Atresie (Nichtanlage) des äußeren Gehörgangs und Fehlformen des Mittelohres, die zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit führen. Das Innenohr, also die Schnecke mit ihren Sinneszellen für die Schallaufnahme und Umwandlung in Nervenimpulse (Haarzelle), ist dabei fast immer normal ausgebildet. Die Variabilität der Ohrmuschelgröße reicht vom Grad I (die Ohrmuschel hat nur eine Fehlform) bis zu Grad IV, der Anotie, dem vollständigen Fehlen des äußeren Ohres und des Gehörganges.”

      Legende: Schwere Ohrmuschelfehlbildung (Mikrotie 3.° vom Lobulustyp)

      Legende: Mikrotie 3.° vom Lobulustyp und zusätzlich Augenveränderungen (Goldenhar)

      In ca. 93 Prozent aller Fälle von Fehlbildungen der Ohrmuschel ist keine direkte Ursache nachzuweisen. In diesen Fällen geht man von einer – unklaren – Störung der embryonalen Entwicklung in den ersten 6-10 Wochen aus. Bei den restlichen ca. 7 Prozent liegt ein Fehlbildungssyndrom vor, am häufigsten das Goldenhar-Syndrom (heute eher als Goldenhar-Assoziation bezeichnet) und das Franceschetti-Syndrom. In diesen Fällen sind weitere Organe und Strukturen insbesondere im Gesichtsbereich von Fehlbildungen betroffen.

      Der Aufbau einer fehlgeformten oder fehlenden Ohrmuschel ist indiziert, wenn der/die Patient/in dies wünscht. Wir gehen davon aus, dass Kinder für Korrekturen erst ab dem 6. und für komplette Ohrmuschelaufbauten erst etwa ab dem 10. Lebensjahr die nötige Reife und ein ausreichend differenziertes Körperbewusstsein haben, um diese Entscheidung zu verstehen und – auf ihrem kindlichen Niveau – mitzutragen. Denn auch bei Kindern ist es mir absolut wichtig, dass sie verstehen, worum es geht und den Eingriff wirklich selber wünschen.

      Sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen basiert die Indikation für eine Ohrmuschelkorrektur oder -Aufbau auf dem Wunsch des Patienten. Diese Eingriffe sind nicht lebensnotwendig. Sie sind andererseits aber auch keine Schönheitsoperationen, sondern Korrekturen angeborener Fehlformen, die der Rehabilitation, psychosozialen Integration und der Förderung des Selbstbildes dienen. Dies konnten wir bereits vor Jahren in einer Studie zusammen mit Kindern- und Jugendpsychiatern wissenschaftlich nachweisen.

      Außerdem hat die Ohrmuschel auch eine gewisse funktionelle Bedutung. Sie kann dem Halt von Brillen dienen.
      Schwere Ohrmuschelfehlbildungen sind fast immer mit einer Schwerhörigkeit kombiniert. Hierbei handelt es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit (Schallleitungsblock von ca. 60 dB, d.h. physikalisch betrachtet: Dämpfung von 1:1000, bedingt durch den Impedanzsprung zwischen Luftschall und Festkörperschall im Schädel). Diese kann im Rahmen eines Ohrmuschelaufbaus ebenfalls korrigiert werden, entweder durch einen chirurgischen Mittelohraufbau oder durch die Implantation von Bauteilen eines teil-implantierbaren Hörsystems. Zusammenfassend gibt es also drei Indikationen:

      • Rehabilitation der Fehlform
      • Haltestruktur für Brillen
      • Bei Kombinationsoperation auch Hörverbesserung

      Spezielle Qualifikationen, Ausbildungen oder Auszeichnungen sind besonders in so einem Spezialgebiet von enormer Bedeutung. Ich kann hierbei auf über 30 Jahre Erfahrung im Ohrmuschelaufbau und mehrere Tausend abgeschlossene Fälle zurückblicken.

      Ralf Siegert
      Ausgezeichneter Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Definition und Schweregrad der Mikrotie –
      Ohrmuschelaufbau / ästhetische und rekonstruktive Ohrchirurgie

      Ohrmuschel-Dysplasie bedeutet fehlgeformte Ohrmuschel. Mikrotie heißt kleines Ohr. Sie werden nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert, und zwar in erster Linie nach Größe der fehlgeformten Ohrmuschel
      Ohrmuscheln können korrigiert, teilweise ersetzt oder komplett aufgebaut werden. Dabei wenden wir verschiedene Techniken je nach der Ausgangssituation an.

      Mikrotie

      Mikrotie bedeutet wörtlich übersetzt „kleines Ohr“. Man unterscheidet drei Ausprägungsgrade.

      Im Prinzip sind alle Strukturen vorhanden, allerdings sind diese nicht normal ausgeformt. Daher spricht man hier auch häufig von der „Dysplasie 1.°“ (= Fehlform). Bei der chirurgischen Korrektur sind die fehlgeformten Strukturen umzuformen. Transplantate sind allerdings nicht erforderlich.

      Einige Teile der Ohrmuschel sind weitgehend normal ausgeformt, andere fehlen oder sind so stark fehlgeformt, dass sie durch Knorpel- und / oder Hautransplantate ersetzt werden müssen.

      Es sind kaum normale Strukturen vorhanden, so dass im Prinzip die gesamte Ohrmuschel neu aufgebaut werden muss. Diese Gruppe unterteilt man weiter in folgende Untergruppen:

      • Conchatyp (=Ohrhöhlentyp): Der zentrale Teil der fehlgeformten Ohrmuschel weist eine Vertiefung ähnlich wie bei einer normalen Ohrmuschel auf. Dieser Teil kann erhalten bleiben. Die restliche Ohrmuschel wird um diese Vertiefung herum konstruiert.
      • Lobulustyp (=Ohrläppchentyp): Der untere Teil der fehlgeformten Ohrmuschel weist eine Form ähnlich wie ein Ohrläppchen auf. Dieser Teil kann bei einer Rekonstruktion in die neue Ohrmuschel mit eingearbeitet werden.
      • Anotie (=keine OM): Hier findet man im seitlichen Kopfbereich nur eine glatte Hautfläche. Eine Ohrmuschel muss komplett neu aufgebaut werden.

      Meine Erfahrung spiegelt sich auch in zahlreichen internationale, Einladungen zu Vorträgen und Gastoprationen wider. Zudem habe ich mehrere Preise für die Weiterentwicklung der Ohrmuschel-Rehabilitation erhalten.

      Ralf Siegert
      Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Mikrotie: Operative Verfahren beim Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      Bei einer Mikrotie kommen je nach Schweregrad der Ohrmuschelfehlbildungen unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz. Dabei werden diese in drei Bereiche unterteilt:

      1. Aufbau mit eigenem Rippenknorpel und eigener Haut.

      Ohrmuschelgerüst, gestaltet nach einer Schablone aus eigenem Rippenknorpel

      2. Aufbau mit einem Gerüst aus einem implantierbarem, porösen Kunststoff, der mit einer Faszie (Bindegewebeschicht) und Haut abgedeckt wird.
      Vorteil: Man benötigt keinen Rippenknorpel
      Nachteil: Es ist ein Fremdmaterial, welches auch noch nach Jahren extrudieren (freiliegen) kann, so dass es entfernt werden muss.

      Ohrmuschelaufbau mit einem Kunststoffgerüst (Medpor®)

      3. Epithetische Versorgung: Es wird eine individuelle Prothese eines Ohres angefertigt, die entweder auf die Haut geklebt oder magnetisch verankert wird. Sie muss täglich abgenommen und in regelmäßigen Abständen von 1-2 Jahren neu hergestellt werden.

      Abnehmbarer Ohrmuschelersatz aus Kunststoff (Epithese)

      Ablauf eines operativen Ohrmuschelaufbaus / Ohrrekonstruktion

      Ablauf eines operativen Ohrmuschelaufbaus / Ohrrekonstruktion

      Beratungsgespräch

      Den ersten Beratungstermin führe ich entweder in meiner Praxis oder für Patienten mit weiter Anreise auf Wunsch auch gern zunächst als Videocall durch. Im Verlauf des Gespräches werden Details zu den Behandlungsmöglichkeiten, zur Operation und zum optimalen Zeitablauf besprochen. Selbstverständlich werde ich auch alle Ihre persönlichen Fragen und Anliegen beantworten.

      Ohrmuschelaufbau 1. Schritt

      Der erste Schritt ist die eigentliche Hauptoperation. Dabei entnehme ich Teile des Rippenknorpels und lasse diesen durch eine spezielle, von mir entwickelte Technik zum großen Teil wieder nachwachsen, so dass kein großer dauerhafter Defekt bestehen bleibt. Aus dem gewonnenen Knorpel schnitze ich das Gerüst nach einer am Vortag hergestellten individuellen Schablone. Die einzelnen Knorpelstücke für die verschiedenen anatomischen Strukturen setze ich dabei mit speziellen Nähten zusammen. Anschließend, also noch in derselben Operation, lege ich in der Ohrmuschelregion eine Hauttasche an und forme die Haut des Rudimentes um, sofern dies aufgrund der Größe und Lage der Fehlform möglich ist. Abschließend transplantiere ich das neue Ohrmuschelgerüst an die zuvor festgelegte Position.
      Die Operation dauert etwa 4 – 6 Stunden. Danach erfolgt die Überwachung im Aufwachraum für ca. 2-3 Stunden. Anschließend wird der Patient/in auf die Station gebracht.
      Es ist nicht zu leugnen, dass die Rippenwunde in den ersten Tagen schmerzhaft ist, aber dafür erhalten unsere Patienten je nach Bedarf entsprechende Schmerzmittel.
      Am Tag nach der Operation sollte mindestens einmal aufgestanden werden. Auch ein paar Schritte neben dem Bett sind förderlich.
      Die Entlassung erfolgt je nach Heilungsprozess nach 3-7 Tagen. Zudem folgen anschließend noch ambulante Kontrollen innerhalb der ersten 10 Tage nach der Operation.

      Erstellung einer Schablone für das Knorpelgerüst (li.). Anschließend schnitzen (mi.li.) und zusammensetzen des Ohrmuschelgerüstes mit speziellen Nähten (mi.re.). Situation nach dem ersten Schritt des Ohrmschelaufbaus (li.).

      Ohrmuschelaufbau 2. Schritt

      Nach etwa 6 Monaten ist die Schwellung, wie sie nach jeder Operation als Teil der natürlichen Wundheilung auftritt, abgeklungen und die Narben haben das Ohrmuschelgerüst in seiner Position ausreichend fixiert. Ab diesem Zeitpunkt kann der zweite OP-Schritt erfolgen, bei dem die noch flach am Kopf anliegende Ohrmuschel etwas abgestellt wird. Sie erhält damit eine natürliche Projektion, also Breite von vorn gesehen.
      Dazu entnehme ich zunächst ein dünnes Hauttransplantat aus der Region der Rippenentnahme, so dass keine neue Narbe entsteht. Bei Mädchen und Frauen verlagere ich die Narbe in die Falte unter der Brust, so dass eine sog. „Bikini-Narbe“ resultiert. Anschließend entnehme ich ein weiteres Knorpelstück, welches ich bereits bei der ersten Operation in einer Hauttasche „geparkt“ hatte. Dadurch treten nach dem zweiten Schritt keine wesentlichen Schmerzen auf.
      Aus dem zusätzlichen Knorpelstück, einer dünnen Bindegewebsschicht aus der Region hinter der Ohrmuschel und dem Hauttransplantat wird die Stütze für die Ohrmuschel und die Falte hinter der Ohrmuschel gestaltet.
      Dieser zweite Schritt dauert etwa 3-5 Stunden. In ausgewählten Fällen kann ich in diesem Schritt auch das Mittelohr aufbauen oder ein teilimplantierbares Hörgerät einsetzen. Dann verlängert sich die OP-Zeit naturgemäß um 1–2 Stunden.
      Die Entlassung erfolgt meist nach 1-4 Tagen. Weitere Kontrollen und Verbandswechsel erfolgen typischerweise nach ca. 1 Woche.

      Knorpelstütze zum Abstellend der Ohrmuschel (li.). Narbe nach Rippenknorpel- und Hautentnahme (re.). Sie wird bei jungen Mädchen bzw. Frauen in die Falte unter der Brust gelegt.

      Feinkorrekturen

      Falls weitere Feinkorrekturen erforderlich sein sollten, können diese je nach Umfang und Wunsch des Patienten/in ambulant oder stationär in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgen. Sie dauern je nach Umfang meist 1-2 Stunden.
      Routinemäßige Nachuntersuchungen bei mir vor Ort, per Fotomail oder Videocall empfehle ich nach etwa zwei Monaten und nach einem Jahr.

      Ohrmuschelaufbau bei Mikrotie vor und nach der Rekonstruktion

      Gesichtschirurgie ist Vertrauenssache. Die trifft in ganz besonderem Maß auch für die komplexe Ohrmuschelrekonstruktion zu.

      Ralf Siegert
      Spezialist auf dem Gebiet der Mikrotie

      Behandlungs- und Korrekturmöglichkeiten eines misslungenen Ohrmuschelaufbaus

      Behandlungs- und Korrekturmöglichkeiten eines misslungenen Ohrmuschelaufbaus

      Eine fehlgebildete oder fehlende Ohrmuschel kann grundsätzlich mit drei verschiedenen Methoden rekonstruiert oder ersetzt werden.

      Implantat

      Rippenknorpel

      Epithese

      Der Aufbau mit einem Kunststoffimplantat ist grundsätzlich etwa ab dem 6. Lebensjahr möglich. Die betroffenen Kinder sollten aber den eigenen Wunsch zu der Opertion erkennen lassen, was in diesem Alter nur selten der Fall ist.

      Der Aufbau mit eigenem Rippenknorpel kommt etwa ab dem 10. Lebensjahr in Frage, weil erst dann genügend Rippenknorpel zur Verfügung steht. Außerdem sind Kinder frühestens etwa ab diesem Alter genügend einsichtsfähig, um den Eingriff zu verstehen und ihn auch selber zu wünschen.

      Eine Epithese kann bereits im Kindesalter angepasst werden. Allerdings wird sie erfahrungsgemäß von kleinen Kindern nur selten akzeptiert und kann beim Spielen auch schon einmal abfallen.

      Kann ein misslungener oder fehlerhafter Ohrmuschelaufbau nachträglicher behoben bzw. korrigiert werden?

      Die Rekonstruktion der Ohrmuschel bei einer Fehlbildung gehört zu den Spezialoperationen und sollte ausschließlich von ausgewiesenen, erfahrenen Spezialisten auf diesem Gebiet durchgeführt werden. Dennoch kann wie bei jeder Operation in seltenen Fällen etwas nicht optimal verlaufen.
      Da mir aber häufig Patienten von anderen Kollegen zur Nachkorrektur vorgestellt werden, habe ich mich während meiner bereits über 40-jährigen Laufbahn als plastischer Gesichtschirurg zusätzlich um die Revision misslungener Ohrmuschelkorrekturen und Ohrmuschelaufbauten kümmern müssen.
      Eine Nachkorrektur ist grundsätzlich möglich und meist auch sehr erfolgversprechend, allerdings kommt es darauf an, welches Gewebe bereits für den ersten Rekonstruktionsversuch verbraucht worden ist. Dies muss im Einzelfall untersucht und erörtert werden. Außer den „Standardtechniken“ gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Ohrmuschel nachzukorrigieren oder ein Gerüst neu aufzubauen und mit körpereigenem Gewebe zu bedecken, sodass ein unbefriedigendes Resultat meist korrigiert, verbessert oder behoben werden kann.

      Kosten eines Ohrmuschelaufbaus (Mikrotie)

      Hinweis zu den Kosten eines Ohrmuschelaufbaus

      Der vollständige Ohrmuschelaufbau mit den beiden Hauptoperationen und eventuellen Feinkorrekturen kostet zwischen 15.000 € und 30.000 €. Da es sich bei der Mikrotie um eine schwere Fehlbildung handelt, werden die Kosten von den Krankenversicherungen meist vollständig übernommen.

      FAQ Mikrotie

      Häufig gestellte Fragen zum Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion

      Ein ästhetischer und/oder funktioneller Ohrmuschelaufbau / Ohrrekonstruktion ist häufig mit vielen Fragen verbunden. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Behandlung bei einer Mikrotie.

      Zwei Voraussetzungen müssen für einen Ohrmuschelaufbau erfüllt sein:

      • Die Patienten müssen den Aufbau ernsthaft wünschen. Der Brustkorbumfang im unteren Rippenbereich muss mindestens 65 cm betragen.
      • Beide Voraussetzungen sind meist erst ab dem zehnten Lebensjahr erfüllt.

      Nein, dazu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend Rippenknorpel für den Aufbau der Ohrmuschel zur Verfügung steht. Außerdem ist erfahrungsgemäß der Leidensdruck aufgrund der äußerlich sichtbaren Fehlbildung bei den Kindern in diesem Alter – trotz manch kleiner Hänselein – noch nicht so ausgeprägt. Der Leidensdruck und damit auch die Motivation zu einer Operation nimmt typischerweise erst mit der veränderten Selbstwahrnehmung während der Pubertät zu. Sowohl aus rein organischen (Menge des Rippenknorpels) als auch psychosozialen Gründen (Motivation) wird der kombinierte Ohrmuschel- und ggf. Mittelohraufbau erst etwa ab dem 10. Lebensjahr durchgeführt. Eine relativ seltene Ausnahme sind Kinder mit beidseits verschlossenen Gehörgängen bei weitgehend normalen Ohrmuscheln. Sofern die anatomischen Voraussetzungen im Felsenbein gegeben sind, kann bei diesen Patienten die Anlage des Gehörganges und der Mittelohraufbau bereits etwa ab dem 6. Lebensjahr erfolgen.

      Kinder mit einer einseitigen Fehlbildung und einer Normalhörigkeit auf dem anderen Ohr haben eine normale Sprachentwicklung. Sie haben aber gewisse Einschränkungen beim Richtungshören sowie Hören im Störlärm. Kinder mit beidseitigen Fehlbildungen müssen frühzeitig, d.h. bereits in den ersten Lebensmonaten, mit Knochenleitungshörgeräten versorgt werden.

      Knochenverankerte Hörgeräte kommen zur Anwendung, wenn beidseits eine Mittelohrfehlbildung mit erheblicher Schallleitungsschwerhörigkeit vorliegt, die nicht operativ korrigiert werden kann, und der Patient mit konventionellen Knochenleitungshörgeräten, die an einem Stirnband, einem Bügel oder einem Brillengestell verankert werden, aufgrund des Tragekomforts (Andruck der Vibratoren auf die Kopfhaut) oder der Hörleistung nicht zufrieden ist. Vor Implantation der Schrauben sollte immer ein Trageversuch mit einem konventionellen Knochenleitungshörgerät erfolgen und ein Test mit einem Bissstab beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker durchgeführt werden.

      Das Implantat ist so weit hinten am Kopf zu implantieren, dass die Haut in der Region der später anzulegenden Ohrmuschel einschließlich einer Umgebung von mindestens 2 – 3 cm nicht vernarbt. Deshalb müssen die Implantate relativ weit hinten am Kopf eingebracht werden.

      Man kann die Computertomographie auch gern einige Wochen oder Monate vor der ersten OP durchführen lassen, entweder bei uns oder in einem anderen radiologischen Institut. Das Ziel ist zu prüfen, ob in Kombination mit dem Ohrmuschelaufbau evtl. auch die Hörleistung verbessert werden kann.
      Die Vorbereitung für einen Mittelohraufbau erfolgt in der ersten Operation. Der eigentliche Mittelohreingriff (Tympanoplastik) oder die Implantation eines Hörgerätes werden meist in der zweiten Operation durchgeführt.

      Das kommt auf die genauen anatomischen Verhältnisse an. Es sind meist ein bis drei Operationsschritte erforderlich.

      Der erste Hauptschritt kann durchaus 5 bis 6 Stunde dauern. Die anderen Schritte sind kürzer.

      Beim ersten Schritt ist der Krankenhausaufenthalt 3 bis 4 Tage. Nach den weiteren Schritten kann man die Klinik meist nach 1 bis 2 Tagen verlassen.

      Ja. Wir bieten Ihnen in der S•MED Klinik ausschließlich komfortable Einzelzimmer an. Auf Wunsch kann ein Elternteil mit aufgenommen werden und in einem Zustellbett im Zimmer übernachten.

      Im ersten Schritt erfolgt die Entnahme des Rippenknorpels und Gestaltung des Ohres, d.h. Rippenknorpel wird entnommen, geformt, am Ohr eingesetzt und Haut wird verlagert. Es wird so viel von der fehlgeformten Ohrmuschel wie möglich “mitgenommen”. Vom fehlgebildeten Knorpel wird ca. 2/3 entfernt. Der größte Teil der Haut bleibt jedoch bestehen.

      Ja, wir müssen die Haare schon etwas rasieren, aber lange Deckhaare bleiben ohnehin bestehen und es wird nur um das Ohr herum rasiert.

      Die Voraussetzungen für einen Mittelohraufbau werden anhand einer Computertomographie der Felsenbeine bewertet. Diese sollte im sog. Knochenfenster in Dünnschichttechnik erfolgen.

      Da sich das Mittelohr in den ersten zehn Lebensjahren noch weiterentwickelt und sich auch später noch verändern kann, führen wir diese Untersuchung erst kurz vor dem Ohrmuschelaufbau durch. Das CT sollte zum OP-Zeitpunkt nicht älter als ca. 6 Monate sein.

      Nein. In der MRT stellt sich der Knochen nicht dar. Bei der Beurteilung des Mittelohres geht es aber gerade darum, die Gehörknöchelchen und das knöcherne Felsenbein zu beurteilen.

      Beim Fehlen eines Gehörganges liegt grundsätzlich auch eine Fehlbildung des Mittelohres vor. Wenn die Anatomie des Felsenbeins, in dem sich das Mittelohr befindet, sehr verändert ist, kann kein Mittelohraufbau durchgeführt werden. Sind die anatomischen Voraussetzungen jedoch günstig, kann durchaus auch ein Gehörgang angelegt und das Mittelohr mit dem Schallleitungsapparat aufgebaut werden. Um die Erfolgschancen dieses Eingriffes beurteilen zu können muss eine Computertomographie des Felsenbeines angefertigt werden.

      Das zu erzielende Hörvermögen nach einer Mittelohroperation lässt sich vor der Operation nicht sicher beurteilen. Es hängt im Wesentlichen von den anatomischen Voraussetzungen im Felsenbein, die anhand einer Computertomographie bewertet werden, und der Operationstechnik ab. Im Mittel wird eine deutliche Verbesserung des Hörvermögens erzielt, aber keine Normalhörigkeit.

      In der Regel berichten die Patienten, dass sie sich bereits nach wenigen Wochen an den neuen Höreindruck gewöhnt haben.

      Die Züchtung einer ganzen Ohrmuschel ist zurzeit noch nicht möglich. Dies wird voraussichtlich auch noch Jahrzehnte dauern. Ein Mittelohr kann wegen der komplexen Anatomie ohnehin nicht gezüchtet werden.

      Nein, weil dieser biologisch gesehen fremd ist und abgestoßen werden würde.

      Die Implantation und der Ohrmuschelaufbau mit einem Kunststoff kann indiziert sein, wenn kein Rippenknorpel mehr vorhanden ist oder wenn der Patient es wünscht. Grundsätzlich empfehle ich aber den Aufbau mit eigenem Gewebe, da dieser ein Leben lang hält, während bei Kunststoffen immer das Risiko besteht, dass er dieser auch später einmal freiliegt. Dann muss er meist insgesamt entfernt werden.

      Ja, selbstverständlich. Schmerzmittel werden nach Bedarf in ausreichender Dosierung verabreicht. Minimale Schmerzen können aber nicht vollständig kompensiert werden.

      Der Schlafanzug sollte im Halsbereich nicht zu eng sein, da der spezielle Ohrmuschel-Schaumstoffverband relativ dich ist. Besser wäre noch ein Oberteil zum Aufknöpfen.

      Eine Wunde ist nach ein bis zwei Wochen verheilt, aber noch nicht absolut stabil. Die Ausreifung von Narben zieht sich über viele Monate bis zu etwa einem Jahr hin. Völlig unsichtbar werden Narben prinzipiell nie. Sie verheilen im Laufe des ersten Jahres in der Regel aber so, dass sie weitgehend unauffällig sind.

      Der spezielle, von mir entwickelte Schaumstoffschutzverband muss ca. 2 Wochen getragen werden. Anschließend ist noch ein kleinerer Schutzverband nachts für ein paar Wochen zu tragen.

      Eine Brille kann nach einigen Wochen wieder normal getragen werden.

      Typischerweise bestehen nach der Rippenknorpelentnahme bewegungsabhängige Schmerzen für wenige Wochen. Für einige Monate kann auch eine Empfindlichkeit bei starker körperlicher Anstrengung einschließlich sportlicher Aktivitäten vorliegen. Nach dieser Zeit bestehen in der Regel keine Einschränkungen mehr.

      Man kann etwa 2 Wochen nach der jeweiligen Operation wieder fliegen.

      Etwa 4 bis 6 Wochen nach der jeweiligen Operation kann der Patient wieder schwimmen und tauchen.

      In der ersten Zeit nach der Operation ist ein Schutz vor extremer Kälte und Hitze erforderlich, da die Haut noch keine ausreichende eigene Wärmeregulation besitzt. Nach einigen Monaten ist der Kälte- und Hitzeschutz genauso sinnvoll und in gleichem Maße erforderlich wie bei normalen Ohren.

      Ja das ist möglich, allerdings dürfen die Löcher nicht einfach durch den Knorpel wie bei einem normalen Ohr gestochen werden, sondern es muss ein kleines Knorpelareal ausgestanzt werden. Daher sollte dieser Eingriff, der in örtlicher Betäubung erfolgen kann, in einem HNO-Operationssaal durchgeführt werden.

      Es handelt sich ausschließlich um körpereigenes Gewebe. Der Knorpel in einer rekonstruierten Ohrmuschel wird genauso mit Nährstoffen versorgt wie der normale Ohr-, Nasen- oder Rippenknorpel, nämlich durch Diffusion. Er hält daher genauso lebenslang wie anderer Knorpel. Die natürlichen Altersveränderungen finden aber auch im Knorpel statt, so dass dieser seine Struktur in jeder Körperregion im Laufe des Lebens verändert. Insbesondere nimmt seine Elastizität im Laufe des Lebens etwas ab. Dies ist aber für rekonstruierte Ohrmuscheln ohne klinische Bedeutung.

      Etwa 10 Tage nach der OP kann der /die Pat. wieder zur Schule gehen.

      Die erwähnte seltene Komplikation von freiliegendem Knorpel tritt, wenn überhaupt meist nur in den ersten Wochen bis maximal ersten Monaten nach der Operation auf. Später kommt es nur ganz selten zu einer solchen Wundheilungsstörung. Allerdings kann jedes Ohr, ein gesundes wie ein rekonstruiertes, im Rahmen eines Unfalls verletzt werden. Sollte dann Knorpel freiliegen, heilt dies bei rekonstruierten Ohren etwa genauso wie bei normalen Ohren.

      Ja, und zwar sollte bei Kindern grundsätzlich eine allgemeine kinderärztliche Untersuchung durchgeführt werden. Wenn sich dabei ein Anhalt für weitere Fehlbildungen ergibt, muss diesen im Einzelfall nachgegangen werden.

      Der Rippenknorpel ist relativ fest, also deutlich fester als der natürliche Ohrmuschelknorpel.

      Nein, Jungen und Mädchen sind etwa gleich häufig betroffen.
      Eine Ohrmuschel lässt sich praktisch immer aufbauen. Sie werden meist sozial relativ unscheinbar, das heißt die Fehlbildung fällt im normalen Alltag nicht mehr auf, obwohl die rekonstruierte Ohrmuschel durch das Rippenknorpelgerüst fester und weniger elastisch und die Haut meist etwas dicker als die sehr dünne Haut der natürlichen Ohrmuschel ist.

      Der erste Schritt mit der Rippenknorpelentnahe führt zu Schmerzen bei Bewegungen im Brustkorbbereich. Diese werden erfolgreich mit üblichen Schmerzmitteln gelindert und verschwinden wieder nach einigen Tagen. Im Bereich des Ohres haben die Patienten/innen kaum Schmerzen. Bei den weiteren Schritten des Ohrmuschelaufbaus entstehen nahezu keine Schmerzen, weil die folgenden Eingriffe nur oberflächlicher Natur sind.

      Die ersten beiden Operationen erfolgen in Vollnarkose, eventuell gewünschte weitere Feinkorrekturen können auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

      Ja, da es sich um komplexe Operationen handelt führe ich die Eingriffe stationär in meiner S•MED-Klinik durch.

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